Das Maß aller Dinge

Lesedauer: <1 Minute

Ups, da habe ich doch neulich geschrieben, „dass generell bei Maßeinheiten nicht die Mehrzahl verwendet wird“. Meine Beispiele waren Hektar, Meter, Kilogramm oder Euro.

Tatsächlich habe ich dann mal die Grammatikregel 90 in meinem Duden nachgelesen und fand mich einerseits bestätigt, dass Maß-, Mengen- und Währungsbezeichnungen allgemein nicht gebeugt werden. Aber andererseits las ich die Erklärung einer Ausnahme, auf die ich auch schon beim Überprüfen meiner Behauptung gestoßen war: „Weibliche Bezeichnungen, die auf -e enden, werden immer gebeugt“. Deshalb heißt beispielsweise zwei Tonnen oder 100 norwegische Kronen. Aber es bleibt bei 20 Dollar, 5 Grad Außentemperatur oder 10 Paar Schuhen.

Und manchmal entstehen in der Alltags- und Umgangssprache ganz eigene Pluralbildungen: Der Euro bekommt nicht nur gerne mal als Euros ein -s angehängt, wenn es um mehrfaches Vorhandensein geht, sondern salopp spricht man auch schon mal von Euronen.

(M)ein monatliches Ärgernis

Lesedauer: <1 Minute

Eigentlich ist es ganz einfach: Es gibt eine Regel und sie gilt tatsächlich ohne Ausnahme (und das ist, gerade für Sprachen und speziell für die deutsche, wirklich ziemlich außergewöhnlich!).

Die Regel lautet:  Für alle Zeiteinheiten von der Sekunde bis zum Jahr gilt, dass die Endsilbe -lich die Frequenz und die Endsilbe -ig die Dauer eines Ereignisses angibt.

Wenn vom täglichen Wetterbericht oder von der 14-tägigen Reise die Rede ist, verwendet das jeder intuitiv korrekt (und die meisten vermutlich ohne näher darüber nachzudenken). Auch das zehnjährige Kind oder die stündliche Abfahrt sind recht geläufig. Der 30-sekündige Werbespot ist da vielleicht schon seltener. Und dass jemand, der sehnlichst erwartet wird, sekündlich eintreffen kann, denken vermutlich die wenigsten.

Ins Stolpern geraten jedoch viele, wenn es um regelmäßige Termine gibt, die z.B. alle zwei Wochen stattfinden: Dann steht da oft 14-tägig. Aber das würde eben – siehe oben – eine Veranstaltungslänge von 14 Tagen bedeuten und nicht die Wiederholung der Veranstaltung nach 14 Tagen. (Was bei Reisen durchaus üblich ist, beim Skatabend eher weniger.)

Wem 14-täglich aber trotzdem schwer über die Lippen geht, weil es so ungewohnt ist, kann entweder den Turnus erhöhen (bei wöchentlichen Veranstaltungen ist eine Verwechslung mit einwöchigen Veranstaltungen nahezu auszuschließen;-). Oder er verwendet alternativ die Redewendung alle xx Tage/Wochen/Monate.

Jeden Morgen geht die Sonne auf

Lesedauer: 2 Minuten

Jeden Morgen geht die Sonne auf

Oft stolpere ich über Merkwürdigkeiten der deutschen Sprache beim Formulieren neuer Texte. So wollte ich mich neulich über das montägliche Gejammer zum Beginn der neuen Woche aufregen (hat man nicht eindeutig den falschen Beruf, wenn der Start in die Arbeitswoche immer so schrecklich ist – und sollte man dann nicht lieber daran etwas ändern als darüber zu lamentieren? Aber das wäre ein Thema für einen eigenen Beitrag…).

Kein Plural von Morgen?!

Jedenfalls wollte ich schreiben, dass ich mich schon viele Morgen darüber geärgert hätte. Und dann bin ich an dem Wort „Morgen“ hängen geblieben, das sich im Plural sehr seltsam anhörte und -fühlte. Und tatsächlich: Ich kann problemlos von „allen Tagen“ oder „den meisten Abenden“ schreiben, aber „an allen Morgen“ ist seeehr – ungebräuchlich. Ich habe dann im Duden nachgeschlagen: Es ist nicht falsch, es gibt einen Plural von Morgen und er lautet „die Morgen“ – aber aus dem Sprachgebrauch ist er völlig verschwunden. (Oder er war nie drin, das habe ich noch nicht herausgefunden.)

Auch das Flächenmaß „Morgen“ war in Deutschland nur bis vor etwa 120 Jahren gebräuchlich. Tatsächlich beruht die Festlegung der Einheit darauf, welche Fläche mit einem einscharigen Pferdepflug an einem Vormittag gepflügt werden kann. Und dies war – je nach Beschaffenheit des Bodens – recht unterschiedlich, zwischen etwa einem Viertel und einem halben Hektar. Im Zusammenhang mit „drei Morgen Land“ klingt der Plural auch nicht ungewöhnlich im Ohr – generell werden Maßeinheiten ja nicht in der Mehrzahl verwendet, sondern es heißt (fast) immer Meter, Kilogramm oder Euro.

Zurück zur Tageszeit, um die es eigentlich in diesem Beitrag gehen soll. Es gibt natürlich Möglichkeiten, zumindest Regelmäßigkeiten am Morgen auszudrücken: Durchaus üblich ist die Wendung jeden Morgen oder immer morgens.

Generell habe ich hier übrigens über „der Morgen“ geschrieben. „Das Morgen“ als Synonym für die Zukunft gibt es tatsächlich nur im Singular – genauso wie das „das Gestern“ und „das Heute“.